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Gedanken zum 10. Wurf in der Zucht vom Lindenthalerdörfli

Gedanken zum 10. Wurf in der Zucht vom Lindenthalerdörfli

Die ersten zehn gemeinsamen Wochen mit unseren Dalmatinerwelpen.

1. Woche – Ruhe und Wärme
Die erste Woche in einem Hundeleben ist erfüllt mit wohligem Grunzen. Die Welt der neugeborenen, schneeweissen Welpen besteht aus trinken und schlafen. Ihre entspannt liegende Mutter leckt die Kleinen und ist besorgt dass sie genug Milch und Wärme bekommen. Sie lässt die Kleinen nicht aus ihren Augen und verlässt den Welpenplatz nur ungern.

2. Woche – Augen auf
Die Spannung für den Züchter ist fast spürbar, die Welpen öffnen gegen Ende der zweiten Woche die Augen. Langsam schimmern auch die schwarzen Tupfen durchs Fell. Gleichzeitig beginnen sie ihre Umgebung wahrzunehmen. Die Hündin lässt sich nun schon zu einem kleinen Spaziergang überreden, was ihrer Verdauung sehr gut tut. Immer noch ist die Muttermilch auf dem Menueplan.

3. Woche – Ohren auf
Nun ist es möglich dass die Kleinen langsam das Gehör entwickeln. Sie heben den Kopf wenn man das Welpenzimmer betritt und ein plötzliches Geräusch kann ihnen schon ein keckes WAU entlocken.
Die dritte Woche ist die Zeit in der der Züchter im Tag drei Mal das T-Shirt wechseln muss. Den Kleinen beizubringen wie man aus einem Geschirr fressen sollte ist nämlich gar nicht so einfach. Wenn nur wenig Welpen sind haben kommt die «T-Shirtwechselzeit» erst in der 4 oder 5 Woche, weil die Welpen noch genug Muttermilch haben und keinen grossen Appetit auf «Ersatzmilch» zeigen.

4. Woche – Besuchszeit
Nun geht die Hektik langsam los im Kinderzimmer. Zukünftige Dalmibesitzer können es fast nicht erwarten ihre Hündlein zu sehen und ich habe noch nie gezählt wieviele jöö, so härzig, allerliebst, schnusig und was es sonst noch für Kosewörter gibt, in dieser Zeit ausgesprochen werden. Ich finde es immer wieder schön wenn so ein 190cm Mann am Boden kniet und sich nicht vom Anblick der Getupften nicht mehr trennen kann. 

5. Woche – Raus aus der Kiste
Nun wird es in der Welpenkiste zu eng. Die Welt muss erkundet werden. Die Kleinen fangen sich auch an zu necken. Obschon noch nicht jeder Angriff auf den «Gegner» gelingt.; knurren und bellen können sie schon fast wie die Grossen. Ein heftiges Schwanzwedeln endet manchmal noch in einem Purzelbaum, aber so langsam kriegen die Kleinen ihren Körper in den Griff. Der erste Ausflug ins Grüne oder im Winter in den Schnee ist immer wieder ein Erlebnis und zwar für die Welpen und den Züchter.

6. Woche – Kaffee und Kuchen
Nun ist die Kaffee und Kuchenzeit angebrochen. Fast jeden Tag ist jemand da um «seinen» Welpen zu besuchen. Aber auch ehemalige Käufer und solche die sich mit dem Gedanken befassen sich einen Dalmi anzuschaffen kommen mal vorbei. Die Welpen lieben es von den Besuchern gehätschelt und verwöhnt zu werden. Für den Züchter ist es eine interessante Zeit mit vielen guten Gesprächen.

7. Woche – Action ist Trumpf
Nun wird es  immer wie lebendiger rund um die Welpenschar. Abwechslung im Welpenauslauf lieben die Kleinen und nehmen jede Veränderung sofort wahr. Versetzt sie ein laufender Staubsauger am Anfang noch in Angst und Schrecken, so wird er nach wenigen Tagen völlig ignoriert. Entlockt ihnen das erste Wippen einer Kippe ein erschrecktes Wau… so wird kurze Zeit später schon mit Vergnügen darauf herumgeturnt.

8. Woche – Zeltferien
Das aufgestellte Kinderzelt und den Tunnel versetzt die Welpen in helles Entzücken. Da wird Versteckelis gespielt und sogar die erwachsenen Hunde lassen sich vom regen Treiben anstecken und spielen mit.
Hier und da werden schon rechte Rangkämpfe abgehalten, so dass die Hundemutter eingreifen muss.

9. Woche – Schlurfende Schritte
Haben sie sich schon gefragt wieso ein Hündezüchter immer mit schlurfenden Schritten durch die Meute läuft? Versuchen sie einmal sich durch ein Rudel Welpen zu bewegen, die wie Flöhe um sie herum hüpfen! Wehe wenn man so auf ein zartes Pfötchen tritt, da wird postwendend mit einem herzzerreissenden Schreien reagiert. Deshalb also die schlurfenden Schritte.

10. Woche – Abschied nehmen
Nun ist es Zeit das der wilde Haufen langsam zerteilt wird. Die Termine zur Abgabe der Welpen rückt immer näher. Letzte Informationen werden noch abgegeben und die neuen Hundebesitzer fiebern dem neuen Familienmitglied entgegen. Die Spielsachen und das Hundebett sind eingekauft und es ist immer wieder schön zu sehen wie die neuen Besitzer mit einem strahlenden Gesicht, den Hund auf dem Schoss wegfahren. Es lindert die leichte Wehmut die beim Züchter aufkommt ein bisschen und er ist sich gewiss, dass die neue Familie gut zu Hundebaby schauen wird.

Langsam kehrt wieder Ruhe ein in der Zuchtstätte und es ist wieder mehr Zeit vorhanden für die Hündinnen, die sich, ebenso wie der Züchter von der anstrengenden, aber äusserst intensiven und interessanten Zeit, erholen können.

​Margrit Bärtschi